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TASTE TRAFFIC 

#culinary_experience

Das Restaurant zum Geschmacksverkehr ist ein Geschmacks- und Wahrnehmungsexperiment. Ein Konzept welches sich voll und ganz dem Moment des mechanischen Ablaufs sowie den Gefühlen, Geschmäckern und Empfindungen, der Nahrungsaufnahme bis zum Moment des Schluckens widmet.

Täglich findet er in unserem Mund statt.
Der Geschmacksverkehr.
Machst du dir Gedanken, was dabei passiert?
Nimmst du dir die Zeit?
Wie schmeckt eigentlich eine Karotte?
Was passiert, wenn man fünf Minuten lang auf einem rohen Stück Brokkoli herumkaut?
Wie beeinflusst die Umgebung den Geschmack?
Wie wäre das Erlebnis in einem Rahmen von Zweisamkeit mit einem Fremden?


Wir bieten mit Taste Traffic den Raum und die Zeit, sich mit seinem Mahl in einer aussergewöhnlichen Intimität auseinanderzusetzen. In einem künstlich erzeugten Umfeld, schutzlos durch die Einschränkung des Sehsinns, in Begleitung eines fremden Schicksalsgefährten machen wir den Geschmacksverkehr erfahrbar.


Am Empfang wird das Handy gegen eine Augenbinde eingetauscht. Man wird an der Hand in einen stillen Raum geführt und kriegt einen Latz angezogen. Im Hintergrund hört man das Knacken und Rauschen der Küchengeräte. Der Ofen haucht und ächzt, Schritte passieren den Raum und er füllt sich mit den 12 Auserwählten. Man gibt die Kontrolle ab und lässt es geschehen. Neugierde, Vertrauen, Achtsamkeit und Berührungen. Die jetzt aktivierten Sinne verändern die Wahrnehmung. Man wird an der Hand zu seinem Platz geleitet, setzt sich. Die Augenbinde darf entfernt werden und man erblickt einen Tisch, das Gegenüber das einen anschmunzelt, ein Gedeck und eine Trennwand zur rechten und linken Seite. Der Raum ist immer noch von Stille erfüllt während das Amuse Bouche serviert wird. Das Häppchen Rettich, Brokkoli oder Karotte, welches nun vor einem sitzt wird verspeist, Geschmack und Gefühl des Vorgangs protokolliert.


Aus dem vorliegenden Formular gilt es dann eine Menüauswahl für das Gegenüber zu treffen. Die Stille wird nun aufgehoben und es beginnen schüchterne Gespräche die alsbald in Gelächter und angeregten Diskussionen verschwinden. Das Menu wird nun mit der Bitte serviert, das Gegenüber mit seiner Auswahl zu füttern.

Dieses Experiment zeigte nicht nur die Diversität der Geschmäcker und Gedanken der Teilnehmer*Innen auf, sondern auch wie schnell Fremde durch ein geteiltes Mahl zu Vertrauten werden.

Meine Rolle - Ideenfindung und Konzeption der Vision im Team mit 12 Studierenden. Menukonzeption, Organisation des Kulinarischen und dessen Leitung. Nach dem Experiment ist daraus ein kleines, feines Buch entstanden.


TasteTraffic Publikation als PDF zum Download oder zur Ansicht via Issuu. Zu bestellen hier via Sedici Verlag, Amazon oder Blurb.



Auszug aus dem Buch

Hier trifft man geschmeckende Leute bis in dem Herz des Backofens. Ich habe durch das Fensterglas die Kulissen wie eine Ernährunsbühne betrachtet, das Esszimmer nur durch Geräusche erfahrt und das Essen genossen. Ich hätte nur die Absichten von den Leuten essen können. Es war endlich wie in einem echten Keinrestaurant. - Romain

Es zerbröselt unerwartet. Reizt. Ich denke an Ingwer. Und dann an den Geschmack von Broccoli, wie ich ihn von früher kannte, und heute.


-Linda

Fühlt sich kalt an. Nass wie ein Lappen. Knackig, knirscht, bricht, explodiert. Knistert nach einigen Bissen. Wird langsam warm und trocken. Schmeckt frisch und süsslich. Flach am Ende.


-Jan

Es schmeckt nach Feld. Ich schmecke Erde und etwas Hartes, kaltes Glattes, ja fast schon Glitschiges. Es lässt sich gut abbeissen. Es erinnert mich an Winter und die Farbe Grau, irgendwie auch an meine Mutter?! Ich weiss nicht ob ich das mag.


-Joelle

Fotografie Diana Pfannmatter, Manuela Luterbacher, Tosca Waeber

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